Luftfahrtarchäologie

Im Herbst 2009 trafen sich erstmalig einige Hobby-Luftfahrthistoriker auf Einladung von Jens Schaper auf dem Sportflugplatz Holzbalge bei Nienburg. Schaper, Mitglied im Freundeskreis für Archäologie in Niedersachsen e.V., stellte seine Idee einer landesweit verfügbaren Datenbank über Flugzeugabstürze in Niedersachsen vor. Auslöser war die Recherche über den Absturz eines B-24 "Liberator" Bombers in seinem Heimatort. Bei seinen Nachforschungen stellte er fest, dass es immer weniger Zeitzeugen gibt die noch über solche Abstürze berichten konnten und auch die genaue Lage der Absturzorte wussten.

Jens-Schaper

Die Landesdatenbank ADABweb des Landes Niedersachsen erschien ihm als geeignet diese Daten sinnvoll und vor allem über Generationen hinaus zu sichern. ADABweb (Allgemeine Denkmaldatenbank, web-basierend) ist das Fachinformationssystem des Niedersächsischen Landesamtes für Denkmalpflege. Zugriff haben dort nur die die Denkmalschutzbehörden in Niedersachsen, sowie Personen (z.B. Historiker) und Institutionen (z.B. Universitäten) die ein berechtigtes Interesse angemeldet haben. Ein- bis zweimal jährlich übergibt die Arbeitsgruppe ihren gesammelten Datenbestand zum Hochladen in das Landesintranet an das Landesamt nach Hannover.

Markus Graw

Die Mitgliedschaft in der Arbeitsgruppe ist derzeit kostenlos. Jedes Mitglied kann sich nach seinen Stärken und der zur Verfügung stehenden Zeit einbringen. Jedes Mitglied arbeitet eigenverantwortlich und ist für die Richtigkeit und Genauigkeit seiner Angaben verantwortlich. Dies soll aber niemanden abschrecken sich der Arbeitsgruppe anzuschliessen, denn in der Datenbank sind jederzeit Änderungen möglich, Archäologie, auch mit neuzeitlichen Themenbereichen, ist ein spannender und lebendiger Prozess. Bedingung zur Mitgliedschaft ist allerdings die Anerkennung und Einhaltung einer Selbstverpflichtung. Diese Selbstverpflichtung beinhaltet als wichtigsten Punkt die Kooperation, Vertraulichkeit und Nichtweitergabe der exakten Koordinaten der Absturzstellen. Der Plünderung von Absturzstellen durch "Wreckhunter" und "Militariasammler" soll kein Vorschub geleistet werden, auch wenn dies im Zeitalter der globalen Informationsfindung durch das Internet fast unmöglich erscheint.

   

Matthias Zeisler (li.) und Jens-Michael Brandes (re.)