Fliegerschicksale

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13.08.1941 Sagehorn

Angriffsziel : Bremen
Absturzzeit : 01:50
Flugzeugtyp : Wellington
Seriennummer : W5443
Werknummer:  
Kennung : EP-T
Nickname :  
Einheit : 104 Sqd.
Status der Besatzung : 6 KIA

 

Die Absturzstelle


Die Besatzung:

FunktionDienstgradNameStatus
P Sgt. R.C.Holyman KIA
P Sgt. R.E.C.Hudson KIA
OBS Sgt. G.Cox KIA
WOP Sgt. W.Maxwell RCAF KIA
WOP F/S T.Herrington KIA
AG Sgt. T.Bell KIA

 

Die Wellington wurde von der Bremer Flak, 3./262, über Bremen abgeschossen. Es gibt einen Bericht dieser Einheit über ihren zweiten Abschuß:

"...In 11 Uhr ist eine Maschine erfaßt, Zielhöhe 2000m. Aber anscheinend liegt dort keine leichte Flak. Die Scheinwerfer halten den "Tommy" fest. Er versucht, sich dem Licht zu entziehen, legt sich mal link, mal rechts auf den Flügel, kurvt wie wild, steigt und fällt. Nun versucht er es mit einem Sturzflug. Ganz dicht über dem Boden saust er dahin. Haben die Scheinwerfer ihn verloren? Da, ein Aufheulen des Motors. Dort! Dort! Da ist er wieder! Er steigt, und schon haben die Werfer ihn wieder im Kegel. Er fliegt eine Kurve von 12 nach 2. Leichte und schwere Flak bereiten ihm einen warmen Empfang. Aber wirkungslos. Sein Heckschütze setzt die Spritze in Tätigkeit und schießt auf die Scheinwerfer. Es spuckt bei ihm hinten und vorne. Seine Leuchtspurgeschosse zischen im Scheinwerferkegel nach unten. Da geht es hart auf hart. aber die Scheinwerfer halten ihn eisern. Gleich wird er aus dem Bereich der Flak heraus sein. Die leichten Waffen schießen schon nicht mehr. Verdammte schweinerei, der Bursche entwischt uns tatsächlich! Doch was ist das? Er dreht nach rechts! Hat er die Orientierung verloren? er kommt wieder! -Nimmt Kurs auf uns! - Kommt tiefer! - Er kann nur noch 300 m hoch sein. Er kurvt und forkelt wie ein betrunkener Vogel im Flug. Seine Bugkanzel zeigt genau auf uns. Fällt er uns in die Arme?! Nein, er hält die Höhe jetzt. Doch nun ist er im Bereich unserer leichten Geschütze. Kaltes, männliches - hartes Hämmern der 2-cm-Kanonen! Leuchtspur saust dicht hinter der Maschine vorbei. ein neuer Feuerstoß! Der Tommy fliegt in die Garbe hinein, in den todbringenden Regen! Hier gibt es kein Entrinnen mehr, dazu ist die dicke zweimotorige Wellington zu niedrig. Sie ist genau über unseren Köpfen und will nach rechts abdrehen. Sie scheint in der Luft zu stehen. Treffer! Treffer! Die Leuchtspurgeschosse krepieren im linken Motor und in der Kanzel. Die Maschine kurvt nach rechts, will ausreißen. Sie fällt und zieht eine lange Rauchfahne hinter sich her. Noch scheint der Pilot zu leben. Seine Maschine macht nicht den eindruck, steuerlos zu sein. Er versucht durch weiteres Drücken, seinen schweren Vogel dem Feuer zu entziehen. Er hat jedoch nicht mehr viel Höhe unter sich. Er muß sparsamm sein mit dem Wegdrücken. Jetzt reißt er die Maschine hoch. Will er Höhe gewinnen, um sein Leben durch einen Absprung zu retten? Eine dunkle Wolke fegt aus dem linken Motor. Der Brennstoff ist in Brand geraten. die Wolke zieht, flachgedrückt durch den starken Wind des rasenden Flugzeuges, als unheimliche Fahne hinter dem Tragwerk des englischen Bombers her.'Er stürzt! Er stürzt!!' schreit alles. Fiebernd erleben wir nun das furchtbare Ende der Wellington und ihrer sechs Insassen. Ganz langsam neigt sich die schwere Maschine nach vorn, bekommt eine immer größere Geschwindigkeit, bis sie mit der Nase senkrecht nach unten gerichtet ist, und saust wie eine mächtige Flügelbombe pfeilgerade in die Tiefe. Ein riesiger Feuerschein erhellt die ganze Umgebung. Das war das Ende! Ein donnerndes Hurra erschüttert die Luft. Über uns kommt es wie ein Rausch! Männer hopsen herum wie Siouxindianer um den Marterpfahl. Sieg! - Unser zweiter Abschuß! Ein paar Mann schwingen sich aufs Rad und sausen zur Absturzstelle. Der Anblick, der sich ihnen bietet, ist nichts für schwache Nerven. Ein wüster Trümmerhaufen liegt auf der Wiese. Zerfetzt und ausgebrannt ist der stolze Vogel der Royal Air Force. Doch wo ist die Besatzung? Bei der geringen Höhe konnte sich keiner mehr durch Absprung retten. Unter den Trümmern der ausgebranten Maschine liegt zerissen, verstümmelt und angeschmort ein Mitglied der Besatzung. Der Pilot ist beim Aufprall herausgeschleudert und liegt mit abgerissenen Armen neben den Trümmern. Der Rest der Besatzung bildet nur noch eine unentwirrbare Masse von Gliedmaßen, Blut und Fleischfetzten."


Quellen:

Die bremische Flugabwehr im Zweiten Weltkrieg, Reinhold Thiel , 1995

Helmut Oetjen, Sagehorn


Bildnachweis:

J.-M. Brandes, Verden

 

Stand: 24.07.2015

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