Fliegerschicksale

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08.05.1944 Daverden

Angriffsziel : Berlin
Absturzzeit : 10:00
Flugzeugtyp : B-17G
Seriennummer : 42-97782
Werknummer:  
Kennung : AW-?
Nickname :  
Einheit : 96th BG, 337th BS
Heimatbasis : Snetterton, AAF Station 138
Status der Besatzung : 3 KIA, 7 POW


Die Besatzung:

FunktionDienstgradNameStatus
P 1st Lt. Harold L. Niswonger KIA
CP 2nd Lt. Roderick B. Steele POW
N 2nd Lt. Thomas L. Thomas POW
B F/O. Thomas E. Fitzgerald POW
TT S/Sgt. Edwin H. Marsh POW
RO T/Sgt. Robert J. Morrison KIA
BT S/Sgt. Albert Grick POW
RW S/Sgt. Dale J. Johnson POW
LW S/Sgt. Robert R. Robinson POW
TG S/Sgt. John R. Caum KIA

 

Als im Südosten Braunschweig schon zu erkennen ist, wird die Maschine von deutschen Jägern angegriffen. Vermutlich bei diesem Angriff wird der Navigator 2nd Lt Thomas am Arm verletzt. Ein direkter Treffer eines großkalibrigen Geschosses in den Funkraum verletzt den Funker T/Sgt. Morrison schwer. Diesem wird ein Arm zerrissen und er bricht vor den Augen von S/Sgt. Grick und S/Sgt. Johnson zusammen. Als die Maschine durch weitere Treffer unkontrollierbar geworden ist, gibt der Pilot 1st Lt. Niswonger den Befehl zum Aussteigen. 2nd Lt. Steele, 2nd Lt. Thomas und F/O. Fitzgerald springen durch das vordere Fluchtluk ab. S/Sgt. Grick, S/Sgt. Johnson, S/Sgt. Robinson und der Heckschütze S/Sgt. Caum benutzen die rückwärtige Luke zum Absprung. Am Schirm hängend sieht der Navigator 2nd Lt. Thomas wie der Bomber in einer Feuerhülle explodiert. Der explodierende 805-Liter fassende Kraftstofftank in der Flügelwurzel reißt die Tragfläche ab. Der sich um die Längsachse drehende Bomber stürzt bei Daverden in Wesernähe ab, dort wo heute der Schleusenkanal verläuft. Sich auf die Landung vorbereitend, erkennt Thomas einen Fluß. Durch steuern des Schirms mit seinem unverletzten Arm gelingt ihm eine Landung auf einer Wiese, die allerdings keine Deckung bietet. Neben ihm landet Bordschütze S/Sgt. Grick. Uhrzeit 10:10 h. Auf die Frage von Grick wo man sei, antwortete der Navigator er glaube in der Nähe von Verden.

Kurz darauf kommt ein dt. LKW mit Plane über der Ladefläche. Soldaten nehmen die Beiden gefangen. Auf der Ladefläche liegen Tote der Besatzung, dort treffen sie den überlebenden Co-Piloten wieder. Dieser gibt zu verstehen, das es Niswonger wohl nicht geschafft hat.

In einem kleinen Gefängniß (vermutlich die Kaserne an der Lindhooper Str. in Verden, heute Kreishaus) treffen die Überlebenden auf ihre Geschwaderkameraden des bei Kirchlinteln abgestürzten Bombers ( Crew 1st Lt. White). Vermutlich sind es S/Sgt. Grick und F/O. Fitzgerald, die zusammen mit S/Sgt. Tomlin von der White Crew Tote umladen müssen. Unter ihnen auch der noch beim Absprung lebend gesehene Heckschütze S/Sgt. Caum, dessen Schädel nun eingeschlagen ist. Von einigen Besatzungsmitgliedern wird nach dem Krieg der Verdacht geäußert, daß Caum von Zivilisten ermordet wurde. Einige Augenzeugen aus Daverden sagen deutlich aus, daß sie 8 Fallschirme sahen, was bedeutet das sich S/Sgt. Caums Schirm öffnete und dieser vermutlich lebend den Boden erreichte. Eindeutige Beweise, daß hier ein Lynchmord begangen wurde gibt es aber nicht.

Die Offiziere Steele, Thomas und Fitzgerald werden zum Reserve-Hospital 4 in Hannover, daß in der Bismarckschule eingerichtet ist, überstellt.

1st Lt. Niswonger und S/Sgt. Caum wurden am 10. Mai 1944 auf dem jüdischen Friedhof in Hoyerhagen beigesetzt. Über eine Bestattung von T/Sgt. Morrison gibt es in den Akten kein Vermerk.

Das Flugzeugwrack wurde von einem bisher noch unbekanntem Bergekommando geborgen, dabei wurde die in der Maschine vorgefundene amerikanische Schokolade zur Freude der Daverdener Kinder an diese verteilt.

Anm. d. Webm.: Die Soldaten, die im amerikanischen Originalbericht, die Abgesprungenen gefangen nahmen, sind vermutlich Angehörige der im Etelser Schloss untergebrachten SA-Schule gewesen.


Quellen:

Abschussmeldung Luftgaukommando XI

MACR 4572

MACR 4571 (White Crew)

Harald Gerken, Achim

 

Stand: 23.07.2015

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