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26.07.1943 Wallhöfen

Angriffsziel : Hannover
Absturzzeit : 11:55
Flugzeugtyp : B-17
Seriennummer : 42-30174
Werknummer:  
Kennung : XM-S
Nickname :  
Einheit : 94th BG, 410th BS
Heimatbasis : Bury St. Edmonds AAF Station 468
Status der Besatzung : 1 KIA, 9 POW


Die Besatzung:

FunktionDienstgradNameStatus
P 2nd Lt. Robert F. Tessier POW
CP 2nd Lt. Joel A. Dinger POW
N 2nd Lt. John H. Garey POW
B 1st Lt. Joseph W. Nigl POW
TT Sgt. Milton R. Partington POW
RO T/Sgt. Robert Shawver POW
BT S/Sgt. Ernest R. Lewis POW
RW S/Sgt. Lester A. Beck POW
LW S/Sgt. Richard J. Allee KIA
TG S/Sgt. Elmer E. Neeson POW

 

Luftwaffensoldat mit Flakhelm und MG-Munition aus der B-17 (1)


Bruchlandung am Heilsmoor

Von Rüdiger Kahrs, Hambergen

Am 26. Juli 1943 starten Bomber der 8. Luftflotte der USAAF von England aus zu einem Tagangriff auf Hannover. Unter ihnen eine B-17 der 94. Bombergroup mit der Seriennummer 42-30174 unter Führung des Piloten 2.Lt. Robert F. Tessier. Gleichzeitig sind auch Bf 109 des Jagdgeschwaders 26 (Schlageter) aus Nordholz in der Luft um die einfliegenden Amerikaner abzufangen. Über der Wesermündung wird die B-17 des 2nd Lt. Tessier eben von diesen Jägern angegriffen. Vermutlich gelingt Ritterkreuzträger Hermann Staiger von der 12./JG 26 der Abschuß der B-17, da ihm für den Raum nördlich von Scharmbeck/Wesermündung für 11:54 Uhr ein Abschuß anerkannt wurde. Einer der Rumpf-Bordschützen , S/Sgt. Lester A. Beck, springt bereits kurz nach dem Angriff ab und landet in der Weser bei Nordenham. Zwei weitere Besatzungsmitglieder springen ab und geraten zwischen Kuhstedt und Giehle im Landkreis Rotenburg / Wümme in Gefangenschaft, bevor der brennende Bomber am Rande einer Heidelandschaft zwischen Wallhöfen und Lübberstedt bruchlandet. An der Absturzstelle trifft auch eine Schulklasse aus Heißenbüttel ein, der Lehrer vermerkt in der Schulchronik das einer der Flieger, die er als Kanadier bezeichnet, eine lässige Handbewegung macht und auf Englisch meint: " In drei Monaten ist der Krieg vorbei !" Die Verwundeten werden mit einem Krankenwagern der Munitionsanstalt zunächst in das Krankenrevier des RAD-Lagers Lübberstedt gebracht, später mit den schwerer Vewundeten (Schußverletzungen) in das Lazarett des Kriegsgefangenen-Lagers Stalag XB Sandbostel bei Bremervörde überstellt. Der Fliegerhorst Delmenhorst übernimmt die bei Wallhöfen gefangenen amerikanischen Flieger. Vermutlich das Bergekommando vom Fliegerhorst Stade fand unter den Trümmern den schon in der Luft tödlich getroffenen Bordschützen S/Sgt. Richard J. Allee. Erst nach dem Krieg wird S/Sgt. Allee gerichtsmedizinisch eindeutig identifiziert, da er in Bremerhaven-Wesermünde irrtümlich als englischer Flieger einer Lancaster-Besatzung bestattet wurde und auch noch nach seiner Umbettung auf den englischen Sammelfriedhof Becklingen bei Soltau als Brite geführt wurde. Heut ruht S/Sgt. Allee auf dem amerikanischen Soldatenfriedhof Neupre in den Ardennen, Belgien auf Gräberfeld B, Reihe 33, Grab 34. Das Fotomaterial wurde damals von einem Amateurfotografen, ein Soldat auf Heimaturlaub, aufgenommen.

 

Das Heck der Maschine (1)

 

Schweres Maschinengewehr Kal. 0.50 in den ausgebrannten Trümmern (1)


Quellen:

Abschussmeldung Luftgaukommando XI

MACR 90

Stadtarchiv Eschborn

ABMC, USA

Individual Deceased Personnel File (IDPF) "Richard J. Allee", US Army Alexandria,USA


Bildnachweis:

(1) Sammlung R. Kahrs, Hambergen

 

Stand: 21.07.2015

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Wrackteile von Blenheim gefunden!

Ende Juni 2015 wurden durch eine Kampfmittelbeseitigungsfirma im Bremer Blockland Wrackteile eines Flugzugs geborgen. Jens-Michael Brandes von der Arbeitsgruppe Luftfahrtarchäologie wurde informiert und besichtigte zusammen mit Prof. Dr. Halle von der Bremer Landesarchäologie die Teile auf dem Gelände der Firma. Frau Prof. Dr. Halle übernahm einen Fliegerhandschuh sowie Reste eines Stiefels zur Konservierung.

J.-M. Brandes nahm in Absprache mit  Frau Prof. Dr. Halle einige Teile mit zur Auswertung nach Hause. Noch am selben Abend war klar das es sich um einen mittleren Bomber vom Typ Bristol Blenheim VI handelte. Bei weiteren Untersuchungen konnten einen Tag später zwei Aufschriften, eine mit Schablone lackiert, die andere Aufschrift mit Bleistift angefertigt, entdeckt werden, die, die Seriennummer der Maschine nannten, V6020.

Die Teile wurden im Rahmen einer Ausstellung am 13.09.2015 zum Tag des offen Denkmals in der Landesarchäologie ausgestellt.

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Luftfahrtarchäologie 2015. Zertifizierung Sondengänger mit Polizeieinsatz.

Am 10.10.2015 fand auf Einladung von Prof. Dr. Hauke Jöhns, leitender wissenschaftlicher Direktor des Niedersächsische Institut für historische Küstenforschung, und Frau Dr. Jutta Precht, Kreisarchäologin des Landkreises Verden der praktische Ausbildungsteil des Zertifizierungslehrgangs für Sondengänger statt. Ausgesucht hatte Frau Dr. Precht eine vermutete germanische Siedlungsfläche aus der römischen Kaiserzeit in Hülsen, Gemeinde Dörverden, auf dem die Ausbildung mit den Sondengängern durchgeführt wurde. Als Vertreter der Landesarchäologie Niedersachsen war Herr Mario Pahlow M. A. vom Stützpunkt Lüneburg anwesend. Bei kühlen 4,5° C traffen sich die Teilnehmer und wurden bei einer Tasse heißem Kaffee durch Prof. Dr. Jöhns und Dr. Precht eingewiesen. Anschließend wurde die, vom Landwirt netterweise extra für den Lehrgang, umgebrochene Fläche in mehrer Suchflächen von 10 X 10 Meter eingeteilt. Die Teilnehmer durften dann erstmal nur ihre Augen einsetzen und "ihre" Fläche nach Keramiken, bearbeiteten Feuersteinen oder anderen Auffälligkeiten absuchen. 

Oberflächensuche, nur mit den Augen

Oberflächensuche mit den Augen...

Detektorsuche

...und der Sonde.

Die dabei gemachten Lesefunde wurden dann durch einen der Archäologen begutachtet, danach wurde für jeden Fund ein Fundzettel ausgefüllt. Endlich durften die Teilnehmer mit der Sonde suchen. Hier war die "Trefferqoute" hoch, allerdings nicht unbedingt bei den archäologisch verwertbaren Funden, eher bei technischen Teilen von Landmaschinen und, unerwartet, Infantriemunition aus italienischer Fertigung, die vermutlich von Beutewaffen stammte die in der ehemaligen nah gelegenen Kriegsmarine-Fahrschule geführt wurden. Augenscheinlich wurde nach Kriegsende die Muntion durch Sprengung auf unserer Ausbildungsfläche vernichtet. Das bedingte das zweimalige Kommen der Polizei um die gesammelte Muntion zu übernehmen.

Munition und Munitionsteile

Munition und Munitionsteile.

Noch vor dem Mittag wurde "umgesetzt" und die zweite Hälfte der Ackerfläche abgesteckt. Um etwa 12:30 Uhr lud Frau Dr. Precht zu einem einfachem aber schmackhaften Mittagessen ein, das bei herlichem Sonnenschein am Ackerrain eingenommen wurde. Bevor es wieder auf die Suchfläche ging, erläuterte Frau Dr. Precht das Ausfüllen einer Fundmeldung. 

Mittagessen

Mittag!

Gegen 15:15 Uhr hatten alle Teilnehmer ihre zweiten 10 X 10 Meter großen Flächen abgesucht und so konnte abgebaut und aufgeräumt werden. Höhepunkt für alle war die Übergabe der Teilnahmebescheinigung mit denen die Teilnehmer nun in Absprache mit den zuständigen unteren Denkmalbehörde Flächen mit der Sonde begehen dürfen.

 Archäologisch Relevante Funde

Archäologisch relevante Funde.

Stand: 11.10.2015

 

Bergung einer Me 109 G-10 in Stendern, Gemeinde Bücken.

Am 26.08.2016 wurde durch den Verein um Werner Oeltjebruns "Flieger, Flugzeuge, Schicksale" und Unterstützung der "Arbeitsgruppe Luftfahrtarchäologie Niedersachsen", so wie der Bundesschule des THW in Hoya unter Begleitung des Kampfmittelräumdienstes, des Volksbunds Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V. un der  Kommunalarchäologie vertreten durch Dr. Jens Berthold die Reste einer Messerschmitt Me 109 G-10 geborgen.

Abziehen der Ackeroberfläche

Erste Spuren des Flugzeuges zeigten sich ca. 50 cm unter der Ackeroberfläche beim Abziehen der obersten Bodenschichten mit dem Bagger. Perfekte Arbeit lieferte Heiner Hupe vom THW ab. Auf Anweisung von Werner Oeltjebruns steuerte Hupe die Schaufel um die Trümmersäule die das Jagdflugzeug bildete als es fast senkrecht im Winter 1944/45 in den Boden einschlug. Versuche die reste des Wracks Schicht für Schicht abzutragen, konnte aufgrund des kompakten Bodens in dem die Blechfetzen wie Blätterteig geschichtet lagen, nicht umgesetzt werden.

Die Trümmersäule, gebildet aus dem Rumpf der Me 109

Die Trümmersäule 

Die Schichten wurden durch den Bagger, unter wachsamen Augen des Umbetters Erwin Kowalke abgetragen. Mitglieder der Arbeitsgruppe Luftfahrtarchäologie Niedersachsen durchsuchten den Aushub nach sterblischen Überresten, bargen aber nur Wrackteile, darunter eines der drei Propellerblätter sowie zwei Maschinengewehre MG 131 die den ersten Einsatz des Kampfmittelräumdienst forderten. Später wurde dann noch die dazugehörige Munition geborgen. Ein Hinweis auf den Verbleib des Piloten gab dann bald ein Fragment der Erla-Haube des Cockpits von der Scharnierseite. Dieses Fragment ließ vermuten das der Pilot sein Flugzeug nicht verlassen konnte 

MG 131

Waffengehäuse eines MG 131

Dies stellte sich dann aber mit erreichen des Cockpitbereichs als Irrtum heraus. Vom Piloten keine Spur, kein Gurtzeug, kein Fallschirm, keine Uniformteile und keinerlei sterblichen Überreste. Der Motorblock wurde dann fast als letztes in vier Meter Tiefe geborgen. Die Randbereiche des Aufschlagkraters wurden dann noch in der Tiefe abgebaggertet, um sicherzustellen das nichts übersehen wurde.

 Aufschlagkrater

Nach Verladen der Wrackteile und schließen der Grube wurde nach 18:00 Uhr die Arbeit beendet. 

 

 

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