Fliegerschicksale

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08.10.1943 Leuchtenburg

Angriffsziel : Bremen
Absturzzeit : 15:30
Flugzeugtyp : B-17F
Seriennummer : 42-5864
Werknummer:  
Kennung : EP-A
Nickname : "Piccadilly Lily"
Einheit : 100th Bg, 350th BS
Heimatbasis : Thorpe Abbotts , Norfolk , England , AAF Station 139
Status der Besatzung : 6 KIA, 5 POW

 

Die Murphy Crew


Die Besatzung:

FunktionDienstgradNameStatus
Command P Capt. Alvin L. Baker KIA
P Capt. Thomas E. Murphy KIA
CP 2nd Lt. Marshall Lee KIA
N 1st Lt. Charles C. Sarabun POW
B 1st Lt. Floyd C. Peterson POW
TT T/Sgt. John J. Ehlen POW
RO T/Sgt. Derrel C. Piel KIA
BT S/Sgt. Reed A. Hufford POW
RW S/Sgt. Elder D. Dickerson KIA
LW S/Sgt. Gerald O. Robinson POW
TG S/Sgt. Aaron A. David KIA

 

Die wohl bekannteste B-17 der 100th Bombgroup, die "Piccadilly Lily" war an diesem 8. Oktober 1943 Führungsmaschine. Mit an Bord war der Operations-Offizier Capt. Barker der auf der Position des Copiloten flog. Der Copilot 2nd Lt. Marshall Lee flog an diesem Tag auf der Position des Bordschützen im unteren Kugeldrehturm, um dem Cockpit Meldungen über die Flugbewegungen der anderen Bomber machen zu können. Kurz nachdem die B-17 in Abwurfposition war und die Bombenschächte geöffnet hatte, erhielt sie Flaktreffer im Bug und beim Funker im Rumpf. Sarabun und Peterson wurden heftig durchgeschüttelt, blieben aber unverletzt. Der Treffer im Rumpf tötete Dickerson und Piel auf der Stelle. Robinson der unverletzt blieb, begab sich zum Cockpit und berichtete von den Beschädigungen und den getöteten Kameraden. Im Cockpit entwickelte sich eine kurze Diskusion ob die Formation verlassen und zum Heimatflughafen zurück gekehrt werden sollte. Das Sauerstoffsystem war zwar beschädigt, aber Capt. Murphy entschloß sich den Flug fortzusetzen, da noch alle vier Motoren liefen und er so in der Lage war die Maschine in ihrer Positon zu halten. Er wollte sich nicht der Gefahr aussetzen den Luftwaffenpiloten ein leichtes Ziel zu bieten. Es war 15:25 Uhr, als die B-17 einen kleinen Sprung nach oben machte, erleichtert von ihrer etwas über 1,7 Tonnen schweren Bombenlast. Bombenschütze Peterson lehnte sich nach links und betätigte den Hebel zum schließen des Bombenschachts. Nur Sekunden später traf erneut Flakfeuer die "Piccadilly Lily". Das ganze Flugzeug vibrierte. Beide, Murphy und Barker kämpten mit den Vibrationen, die man auch an den Steuerhornen merkte. Von seiner Seite aus sah Barker das, daß rechte Fahrwerk ausgefahren war. Viel schlimmer war aber das die Flak die Kraftstoffleitung oder den Öltank getroffen hatte. Motor Nummer drei brannte!

"Laßt uns verdammt nochmal raus aus dieser Kiste, sie wird explodieren!"

Barkers Kommentar über die Bordsprechanlage bedeutete noch nicht das Ende der "Piccadilly Lily" die der Besatzung so treu gedient hatte, machte aber den Rest der Besatzung auf den Ernst der Lage aufmerksam. Sarabun lehnte sich über sein Navigator-Tischchen um besser sehen zu können was draußen an der Maschine los war und bestätigte was Barker gesehen hatte. Überzeugt von "Lilys" Schicksal zog er seinen Revolver und schoß eine Kugel in das GEE-Navigationsgerät, für den Fall das die Maschine den Deutschen intakt in die Hände fallen sollte. Murphy zog die B-17 aus der Formation um sicherzustellen das seine Besatzung sicher Aussteigen konnte, außerdem war es eine Selbstverständlichkeit um nicht die anderen Maschinen zu gefährden, sollte die "Piccadilly Lily" explodieren. Ohne Komplikationen konnte S/Sgt. Hufford aussteigen. Auch S/Sgt. Davis sprang ab, aber vermutlich versagte sein Fallschirm, er wurde tot aufgefunden. 2nd Lt. Lee der aus dem Kugeldrehturm zurück in den Rumpf gestiegen war, ging, nachdem er seinen Fallschirm aufgenommen hatte, nach vorn in das Cockpit um seinen Piloten zu unterstützen. Zur gleichen Zeit öffnete 1st Lt. Sarabun die Fluchluke im Bug, schaute noch einmal Richtung Durchstieg zum Cockpit und sah wie S/Sgt. Robinson seinen Fallschirm anlegte. Sollte er jetzt noch nicht springen und Murphy helfen? Diese Gedanken schossen Sarabun durch den Kopf als er vor der geöffneten Luke kniete. Plötzlich bekam er einen Stoß von Peterson, der meinte das Sarabun der Mut verlassen hatte abzuspringen. Peterson folgte Sarabun augenblicklich. Nachdem T/Sgt. Ehlen seinen Schirm angelegt hatte, half er Capt. Barker seinen anzulegen. Darauf betätigte Ehlen die Notöffnung für den Bombenschacht und sprang vom brennenden Flugzeug durch diesen ab. Sekunden später explodierte die Maschine und riß die noch drei an Bord befindlichen Offiziere mit in den Fliegertod.

Fünf Tote wurden in Wesermünde-Geestemünde am 15. Oktober 1943 auf dem Friedhofsfeld G, Reihe 52, in den Gräbern wie folgt beigesetzt:

2nd Lt. Lee, Grab 103

Capt. Murphy, Grab 104

T/Sgt. Piel, Grab 105

S/Sgt. Dickerson, Grab 106

Capt. Barker, Grab 107

Unklar ist der Erstbestattungsort von S/Sgt. David, da dieser von der Luftwaffe, vermutlich irrtümlich, einer in Bremen-Rockwinkel abgestürzten Maschine (Meadows) zugeordnet wurde.

 

       

 T/Sgt Piel (li.) und 2nd Lt. Lee (re.) 

 

Absturzstelle


Quellen:

Abschussmeldung Luftgaukommando XI

Abschussliste 8.Flakdivision

MACR 948

www.100thbg.com

David Aiken, Pearl Habor History Assiociates, Inc., USA


Bildnachweis:

www.100thbg.com

 

Stand: 17.07.2015

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