Fliegerschicksale.de

Seite
Menü
News
Sie sind hier:   Startseite > Absturzorte > Landkreis Nienburg > 29.11.1943 Hämelhausen

29.11.1943 Hämelhausen

Angriffsziel : Bremen
Absturzzeit : 14:52
Flugzeugtyp : B-17G
Seriennummer : 42-3546
Werknummer:  
Kennung : QJ-A
Nickname : "Ramblin Wreck"
Einheit : 96th BG, 339th BS
Heimatbasis : Snetterton, AAf Station 138
Status der Besatzung : 10 POW

 

Parks Besatzung (2)

Hinten v.l.: 2nd Lt. John Sweeney, 2nd Lt. Joseph R. LeBlanc, 2nd Lt. Earl Bason,

1st Lt. Thomas A. Parks, T/Sgt. Blakley H. Seward, S/Sgt. Gordon A. Rodemerk

Vorn v.l.: S/Sgt. Wesley Wright, T/Sgt. Glen W. Richardson, S/Sgt Isaak E. Waizeneger

Es fehlt der Bordschütze S/Sgt. George Gera. (2)


Die Besatzung:

FunktionDienstgradNameStatus
P 1st Lt. Thomas A. Parks POW
CP 2nd Lt. Earl G. Beason POW
N 2nd Lt. John W. Sweeny POW
B 2nd Lt. Joseph R. Le Blanc POW
TT T/Sgt. Glen W. Richardson POW
RO T/Sgt. Blakley H. Seward POW
BT S/Sgt. George Gera POW
RW S/Sgt. Wesley Wright POW
LW S/Sgt. Frank E. Waizeneger POW
TG S/Sgt. Gordon A. Rodemerk POW


Thomas A. Parks war "Hitlers Gast"

Von J.-M.Brandes

Am 29. November 1943 wurde Bremen zum wiederholten Male von der 8. Luftflotte der USAAF in einem Tagangriff, von England aus, bombardiert. Von den 360 gestarteten Bombern, vom Typ B-17 "Flying Fortress", kehrten 13 nicht zu ihren Stützpunkten zurück.

"Bail out !"-"Abspringen !" Das war wohl der letzte Befehl den der damals 21 jährige Pilot 1st Lt. Thomas A. Parks seinen neun Kameraden in der Maschine mit dem Spitznamen "Ramblin Wreck" gab.

Heute 83 Jahre alt, kann er sich noch gut erinnern an das was damals geschah:

"Wir hatten Bremen schon drei Tage zuvor angegriffen und hatten alle kein so gutes Gefühl das es kurz darauf wieder zum gleichen Ziel gehen sollte."Von der Flak über Bremen beschädigt, mußte sich die Besatzung des mit elf Maschinengewehren schwer bewaffneten Bombers, den Attacken der deutschen Jagdflugzeuge erwehren. Etwa über Verden mußte nach Ausfall aller vier Motoren die Maschine aufgegeben werden. Durch das fliegerische Können von Parks und seinem Copiloten 2nd Lt. Earl G. Bason konnten alle seine Kameraden die Maschine verlassen, bevor er selbst sprang.

Bason und sieben andere Besatzungsmitglieder wurden irgendwo auf Verdener Gebiet gefangen genommen, leider geben die deutschen Akten für dies Acht keine genauen Ortsangaben an. Hermann Lührs, der seinen Dienst als Wachsoldat in Kriegsgefangenenlagern in Hämelhausen und Eystrup versah , stand an diesem Nachmittag mit seinem Sohn Dietrich vor seinem Haus, als über ihm der Bomber in niedriger Höhe dahin flog. So tief das der Fahrtwind die letzten Blätter aus den Baumkronen fegte. Lührs schwang sich auf sein Fahrrad und fuhr dem immer mehr an Höhe verlierenden Bomber hinterher. Die B-17 streifte östlich von Hämelhausen noch die Baumwipfel eines kleinen Wäldchens, bevor der Bomber auf einem Acker neben der Strasse von Hämelhausen nach Eystrup niederging. Auf dem Weg zur Absturzstelle oder aber in der Nähe des Bombers nahm Lührs einen Amerikaner gefangen. Vermutlich den Heckschützen S/Sgt. Gordon A Rodemerk, der nach deutschen Quellen bei Hämelhausen in Gefangenschaft geriet. Lührs machte sich mit seinem Gefangenem auf den Rückweg nach Hämelhausen. Parks, der vermutlich in einem Kartoffelfeld südlich von Hämelhausen nahe am Dorf landete kann sich noch genau an seine Gefangennahme erinnern:

 

Herman Lührs (1)

 

Thomas A. Parks (2)

"Ich landete in einem Feld und wurde von einem unbewaffnetem Soldaten und einigen Bauern begrüßt."Nun war er "Hitlers Gast" wie die US-Besatzungen scherzhaft eine Gefangennahme im Feindgebiet nannten. Parks erhob seine Hände zum Zeichen das er keinen Wiederstand leisten wollte. Der Soldat bedeutete ihm die Straße, die an das Feld grenzte, entlang zu gehen. Die Zivilisten folgten. Nach kurzer Wegstrecke kamen sie an einem an der Seite parkendem Auto vorbei, an dem ein Zivlist in schwarzem Ledermantel stand.

"Du Bastard, gehörst erschossen!" sagte dieser in akzentfreiem Englisch zu Parks."Alles was ich tun konnte war schneller zu laufen." erinnert sich Parks. Etwas weiter die Straße entlang kamen zwei Wehrmachtsgespanne angefahren, in einem saß der Heckschütze Rodemerk. Die Kradsoldaten diskutierten mit dem Soldaten der Parks begleitete. "Ich hatte den Eindruck der Unbewaffnete wollte mich als seinen Gefangenen nicht an die beiden Anderen übergeben."vermutete Parks.Zum Schluß mußte Parks in den anderen Beiwagen einsteigen, in dem schon sein Fallschirm lag den er auf dem Feld hatte liegen lassen müssen.

Sie wurden zu soetwas das in der Erinnerung von Parks wie ein kleines Gefängnis aussah gebracht, es handelte sich um die Motorsportschule Nordsee in den Gebäude des ehemaligen Kalischachtes in Hülsen. Aus Hülsen kamen die Kradsoldaten von der dortigen Fahrschuleinheit. Dort mußten sie ein Schlauchboot, das aus dem Bomber stammte in den zweiten Stock tragen, dann wurden sie eingesperrt. Nach etwa zwei Stunden wurden sie, nach dem sie das Schlauchboot die Treppe wieder herunter getragen hatten, nach Hoya auf die Fliegerhorstkommandantur gebracht.

 

Motorsportschule Nordsee in Hülsen

 

Wie alle Kriegsgefangenen der allierten Luftwaffen wurde Parks später in ein Durchgangslager in Oberursel überführt.Von dort ging es in ein Stammlager, das Stalag Luft 1 in Barth. Am 1.Mai 1945 wurde das Lager von der russischen Armee befreit.

Heute (2006) lebt Parks mit seiner Frau in Florida

 

Stalag-Erkennungsmarke von Parks (2)


Quellen:

Tom Parks , Los Angeles , USA

Dietrich Lührs , Eystrup

MACR 1393


Bildnachweis:

(1) Dietrich Lührs, Eystrup

(2) Tom Parks, Los Angeles, USA

Stand: 15.07.2015

« vorige Seite Seitenanfang nächste Seite »
Seite
Menü
News

Wrackteile von Blenheim gefunden!

Ende Juni 2015 wurden durch eine Kampfmittelbeseitigungsfirma im Bremer Blockland Wrackteile eines Flugzugs geborgen. Jens-Michael Brandes von der Arbeitsgruppe Luftfahrtarchäologie wurde informiert und besichtigte zusammen mit Prof. Dr. Halle von der Bremer Landesarchäologie die Teile auf dem Gelände der Firma. Frau Prof. Dr. Halle übernahm einen Fliegerhandschuh sowie Reste eines Stiefels zur Konservierung.

J.-M. Brandes nahm in Absprache mit  Frau Prof. Dr. Halle einige Teile mit zur Auswertung nach Hause. Noch am selben Abend war klar das es sich um einen mittleren Bomber vom Typ Bristol Blenheim VI handelte. Bei weiteren Untersuchungen konnten einen Tag später zwei Aufschriften, eine mit Schablone lackiert, die andere Aufschrift mit Bleistift angefertigt, entdeckt werden, die, die Seriennummer der Maschine nannten, V6020.

Die Teile wurden im Rahmen einer Ausstellung am 13.09.2015 zum Tag des offen Denkmals in der Landesarchäologie ausgestellt.

Mehr lesen...

Luftfahrtarchäologie 2015. Zertifizierung Sondengänger mit Polizeieinsatz.

Am 10.10.2015 fand auf Einladung von Prof. Dr. Hauke Jöhns, leitender wissenschaftlicher Direktor des Niedersächsische Institut für historische Küstenforschung, und Frau Dr. Jutta Precht, Kreisarchäologin des Landkreises Verden der praktische Ausbildungsteil des Zertifizierungslehrgangs für Sondengänger statt. Ausgesucht hatte Frau Dr. Precht eine vermutete germanische Siedlungsfläche aus der römischen Kaiserzeit in Hülsen, Gemeinde Dörverden, auf dem die Ausbildung mit den Sondengängern durchgeführt wurde. Als Vertreter der Landesarchäologie Niedersachsen war Herr Mario Pahlow M. A. vom Stützpunkt Lüneburg anwesend. Bei kühlen 4,5° C traffen sich die Teilnehmer und wurden bei einer Tasse heißem Kaffee durch Prof. Dr. Jöhns und Dr. Precht eingewiesen. Anschließend wurde die, vom Landwirt netterweise extra für den Lehrgang, umgebrochene Fläche in mehrer Suchflächen von 10 X 10 Meter eingeteilt. Die Teilnehmer durften dann erstmal nur ihre Augen einsetzen und "ihre" Fläche nach Keramiken, bearbeiteten Feuersteinen oder anderen Auffälligkeiten absuchen. 

Oberflächensuche, nur mit den Augen

Oberflächensuche mit den Augen...

Detektorsuche

...und der Sonde.

Die dabei gemachten Lesefunde wurden dann durch einen der Archäologen begutachtet, danach wurde für jeden Fund ein Fundzettel ausgefüllt. Endlich durften die Teilnehmer mit der Sonde suchen. Hier war die "Trefferqoute" hoch, allerdings nicht unbedingt bei den archäologisch verwertbaren Funden, eher bei technischen Teilen von Landmaschinen und, unerwartet, Infantriemunition aus italienischer Fertigung, die vermutlich von Beutewaffen stammte die in der ehemaligen nah gelegenen Kriegsmarine-Fahrschule geführt wurden. Augenscheinlich wurde nach Kriegsende die Muntion durch Sprengung auf unserer Ausbildungsfläche vernichtet. Das bedingte das zweimalige Kommen der Polizei um die gesammelte Muntion zu übernehmen.

Munition und Munitionsteile

Munition und Munitionsteile.

Noch vor dem Mittag wurde "umgesetzt" und die zweite Hälfte der Ackerfläche abgesteckt. Um etwa 12:30 Uhr lud Frau Dr. Precht zu einem einfachem aber schmackhaften Mittagessen ein, das bei herlichem Sonnenschein am Ackerrain eingenommen wurde. Bevor es wieder auf die Suchfläche ging, erläuterte Frau Dr. Precht das Ausfüllen einer Fundmeldung. 

Mittagessen

Mittag!

Gegen 15:15 Uhr hatten alle Teilnehmer ihre zweiten 10 X 10 Meter großen Flächen abgesucht und so konnte abgebaut und aufgeräumt werden. Höhepunkt für alle war die Übergabe der Teilnahmebescheinigung mit denen die Teilnehmer nun in Absprache mit den zuständigen unteren Denkmalbehörde Flächen mit der Sonde begehen dürfen.

 Archäologisch Relevante Funde

Archäologisch relevante Funde.

Stand: 11.10.2015

 

Bergung einer Me 109 G-10 in Stendern, Gemeinde Bücken.

Am 26.08.2016 wurde durch den Verein um Werner Oeltjebruns "Flieger, Flugzeuge, Schicksale" und Unterstützung der "Arbeitsgruppe Luftfahrtarchäologie Niedersachsen", so wie der Bundesschule des THW in Hoya unter Begleitung des Kampfmittelräumdienstes, des Volksbunds Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V. un der  Kommunalarchäologie vertreten durch Dr. Jens Berthold die Reste einer Messerschmitt Me 109 G-10 geborgen.

Abziehen der Ackeroberfläche

Erste Spuren des Flugzeuges zeigten sich ca. 50 cm unter der Ackeroberfläche beim Abziehen der obersten Bodenschichten mit dem Bagger. Perfekte Arbeit lieferte Heiner Hupe vom THW ab. Auf Anweisung von Werner Oeltjebruns steuerte Hupe die Schaufel um die Trümmersäule die das Jagdflugzeug bildete als es fast senkrecht im Winter 1944/45 in den Boden einschlug. Versuche die reste des Wracks Schicht für Schicht abzutragen, konnte aufgrund des kompakten Bodens in dem die Blechfetzen wie Blätterteig geschichtet lagen, nicht umgesetzt werden.

Die Trümmersäule, gebildet aus dem Rumpf der Me 109

Die Trümmersäule 

Die Schichten wurden durch den Bagger, unter wachsamen Augen des Umbetters Erwin Kowalke abgetragen. Mitglieder der Arbeitsgruppe Luftfahrtarchäologie Niedersachsen durchsuchten den Aushub nach sterblischen Überresten, bargen aber nur Wrackteile, darunter eines der drei Propellerblätter sowie zwei Maschinengewehre MG 131 die den ersten Einsatz des Kampfmittelräumdienst forderten. Später wurde dann noch die dazugehörige Munition geborgen. Ein Hinweis auf den Verbleib des Piloten gab dann bald ein Fragment der Erla-Haube des Cockpits von der Scharnierseite. Dieses Fragment ließ vermuten das der Pilot sein Flugzeug nicht verlassen konnte 

MG 131

Waffengehäuse eines MG 131

Dies stellte sich dann aber mit erreichen des Cockpitbereichs als Irrtum heraus. Vom Piloten keine Spur, kein Gurtzeug, kein Fallschirm, keine Uniformteile und keinerlei sterblichen Überreste. Der Motorblock wurde dann fast als letztes in vier Meter Tiefe geborgen. Die Randbereiche des Aufschlagkraters wurden dann noch in der Tiefe abgebaggertet, um sicherzustellen das nichts übersehen wurde.

 Aufschlagkrater

Nach Verladen der Wrackteile und schließen der Grube wurde nach 18:00 Uhr die Arbeit beendet. 

 

 

Seite
Menü
News

Powered by CMSimple | Template: ge-webdesign.de | Login