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30.03.1945 Rethem

Angriffsziel : Bremen
Absturzzeit : 14:30
Flugzeugtyp : B-17
Seriennummer : 42-102590
Werknummer:  
Kennung :  
Nickname : "In Like Errol"
Einheit : 381st BG, 535th BS
Heimatbasis : Ridgewell, Grossbritannien
Status der Besatzung : 3 KIA, 7 POW


Die Besatzung:

FunktionDienstgradNameStatus
P 2nd Lt. Robert A. Bennet POW
CP 2nd Lt. Alexander D. Nelson KIA
N F/O Paul T. Cawley POW
B S/Stg. Elbert H. Holt POW
E/TT T/Sgt. Hester M. Slomczenski KIA
RO T/Sgt. Robert H. Mumper POW
BT S/Stg. Calvin J. Heckley POW
WG Sgt. Guy Stubblefield Jr. POW
TG S/Stg. Charles F. Knaus KIA
RO Sgt. Charles L. Majors POW

 

Über dem Ziel Bremen erhielt die B-17 in etwa 24000 Fuß Flughöhe einen Flaktreffer in den Motor Nr. 1 (Steuerbord aussen). Pilot Bennet stellte den Propeller in Segelstellung und verliess die Formation. Sie befanden sich ca. 4000 Meter hinter der Formation, als vier P-51 von rechts 1 Uhr nach links 11 Uhr fliegend den Bomber passierten.

Die Jäger wurden von S/Sgt. Holt und S/Sgt. Heckley eindeutig als P-51 mit amerikanischen Kennzeichen und schwarz-weißem Schachbrettmuster als Nasenmarkierung erkannt. Nach dem die Jäger etwa zwischen 500 und 1000 Meter entfernt waren drehten sie auf die B-17 zu und näherten sich aus 7 Uhr. Die Maschine vom linken Flügel löste sich aus der Formation und flog die B-17, das Feuer eröffnent, von unten an.

Der Bordschütze im unteren Drehturm S/Sgt. Heckley verfolgte die Maschine mit seinem Waffen. " Es war eine P-51 und sie war sehr nah dran, so hatte ich keine Chance das Feuer zu erwiedern, ich konnte das alles nicht verstehen!" schrieb er im Dezember 1945 in einem Brief an die Air Force.

Die Geschosse rissen das linke Höhenleitwerk knapp einen halben Meter vom Rumpf entfernt weg. Auch Motor Nr. 2 wurde getroffen und explodierte. Der ebenfalls getroffene Motor Nr. 3 stand in Flammen.

Pilot 2nd Lt. Bennet drehte in westliche Richtung ab. Aus Südosten näherte sich der Bomber Rethem. Da die Bordsprechverbindung des Piloten ausgefallen war, erteilt der Copilot den Absprungbefehl.

Heckley verliess seinen unteren Geschützturm und wollte aus dem Fluchtluk im Rumpf abspringen. Hier wr schon der Bordschütze Sgt.Stubblefield damit beschäftigt das Fluchtluk zu öffnen. Er war zu aufgeregt und konnte einen Hebel nicht öffnen. Er gab seine Bemühungen auf und ging im Flugzeug nach vorn.

Heckley bearbeitete das Luk bis es sich öffnen ließ. Gerade als er abspringen wollte ging der Bomber in einen Sturzflug über und die Fliehkräfte verhinderten das Heckley aussteigen konnte, das gelang erst als der Pilot die B-17 nochmals kurz hochzog.

Der Funker T/Sgt. Mumper hatte Pech, sein Fallschirm war durch Flaksplitter aufgerissen und lag quer durch das Flugzeug. Sgt. Majors half dem Unglücklichen einen Ersatzschirm anzulegen. Mumper sprang dann vor Sgt. Majors, darauf der Bordschütze Sgt. Stubblefield. Im Bug der Maschine sprang der Bombenschütze S/Sgt. Holt vor T/Sgt. Slomczenski und Navigator F/O Cawley durch das vordere Fluchtluk ab.

Heckley landete am Rand eines gepflügten Ackers, nahe an einem Zaun 400 bis 500 Meter von einem kleinen Dorf entfernt.T/Sgt. Mumper sah am Schirm hängend, wie der Bomber das Dach des Bauernhaus Spöring-Prigge rammte. Zuvor hatte der abstürzende Bomber die dorthinführende Stromleitung abgerissen.

Die B-17 schlug zwischen den Landwirten Hörmann und Spöring-Prigge auf freiem Feld auf. Das beschädigte, brennende Dach war mit Nachbarschaftshilfe schnell gelöscht. Die Abgesprungenen wurden von Marinesoldaten der Wehrmachtsfahrschule Hülsen gefangengenommen. Ein Bergekommando vom Fliegerhorst Rotenburg/Wümme barg die Reste des Bombers. Der Heckschütze S/Sgt. Knaus wurde mit zertrümmertem Schädel und ohne Fallschirm am Boden liegen aufgefunden, auch Copilot 2nd Lt. Nelson und Bordmechaniker T/Sgt. Slomczenski kamen ums Leben.

Die Gefangenen wurden in ein Sammellager der Luftwaffe bei Pinneberg gebracht. Von diesen überlebten alle den Krieg.


Quellen:

Luftgaukommando XI

MACR 13542

Albert Horeis, Nienburg

 

Stand: 15.07.2015

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Wrackteile von Blenheim gefunden!

Ende Juni 2015 wurden durch eine Kampfmittelbeseitigungsfirma im Bremer Blockland Wrackteile eines Flugzugs geborgen. Jens-Michael Brandes von der Arbeitsgruppe Luftfahrtarchäologie wurde informiert und besichtigte zusammen mit Prof. Dr. Halle von der Bremer Landesarchäologie die Teile auf dem Gelände der Firma. Frau Prof. Dr. Halle übernahm einen Fliegerhandschuh sowie Reste eines Stiefels zur Konservierung.

J.-M. Brandes nahm in Absprache mit  Frau Prof. Dr. Halle einige Teile mit zur Auswertung nach Hause. Noch am selben Abend war klar das es sich um einen mittleren Bomber vom Typ Bristol Blenheim VI handelte. Bei weiteren Untersuchungen konnten einen Tag später zwei Aufschriften, eine mit Schablone lackiert, die andere Aufschrift mit Bleistift angefertigt, entdeckt werden, die, die Seriennummer der Maschine nannten, V6020.

Die Teile wurden im Rahmen einer Ausstellung am 13.09.2015 zum Tag des offen Denkmals in der Landesarchäologie ausgestellt.

Mehr lesen...

Luftfahrtarchäologie 2015. Zertifizierung Sondengänger mit Polizeieinsatz.

Am 10.10.2015 fand auf Einladung von Prof. Dr. Hauke Jöhns, leitender wissenschaftlicher Direktor des Niedersächsische Institut für historische Küstenforschung, und Frau Dr. Jutta Precht, Kreisarchäologin des Landkreises Verden der praktische Ausbildungsteil des Zertifizierungslehrgangs für Sondengänger statt. Ausgesucht hatte Frau Dr. Precht eine vermutete germanische Siedlungsfläche aus der römischen Kaiserzeit in Hülsen, Gemeinde Dörverden, auf dem die Ausbildung mit den Sondengängern durchgeführt wurde. Als Vertreter der Landesarchäologie Niedersachsen war Herr Mario Pahlow M. A. vom Stützpunkt Lüneburg anwesend. Bei kühlen 4,5° C traffen sich die Teilnehmer und wurden bei einer Tasse heißem Kaffee durch Prof. Dr. Jöhns und Dr. Precht eingewiesen. Anschließend wurde die, vom Landwirt netterweise extra für den Lehrgang, umgebrochene Fläche in mehrer Suchflächen von 10 X 10 Meter eingeteilt. Die Teilnehmer durften dann erstmal nur ihre Augen einsetzen und "ihre" Fläche nach Keramiken, bearbeiteten Feuersteinen oder anderen Auffälligkeiten absuchen. 

Oberflächensuche, nur mit den Augen

Oberflächensuche mit den Augen...

Detektorsuche

...und der Sonde.

Die dabei gemachten Lesefunde wurden dann durch einen der Archäologen begutachtet, danach wurde für jeden Fund ein Fundzettel ausgefüllt. Endlich durften die Teilnehmer mit der Sonde suchen. Hier war die "Trefferqoute" hoch, allerdings nicht unbedingt bei den archäologisch verwertbaren Funden, eher bei technischen Teilen von Landmaschinen und, unerwartet, Infantriemunition aus italienischer Fertigung, die vermutlich von Beutewaffen stammte die in der ehemaligen nah gelegenen Kriegsmarine-Fahrschule geführt wurden. Augenscheinlich wurde nach Kriegsende die Muntion durch Sprengung auf unserer Ausbildungsfläche vernichtet. Das bedingte das zweimalige Kommen der Polizei um die gesammelte Muntion zu übernehmen.

Munition und Munitionsteile

Munition und Munitionsteile.

Noch vor dem Mittag wurde "umgesetzt" und die zweite Hälfte der Ackerfläche abgesteckt. Um etwa 12:30 Uhr lud Frau Dr. Precht zu einem einfachem aber schmackhaften Mittagessen ein, das bei herlichem Sonnenschein am Ackerrain eingenommen wurde. Bevor es wieder auf die Suchfläche ging, erläuterte Frau Dr. Precht das Ausfüllen einer Fundmeldung. 

Mittagessen

Mittag!

Gegen 15:15 Uhr hatten alle Teilnehmer ihre zweiten 10 X 10 Meter großen Flächen abgesucht und so konnte abgebaut und aufgeräumt werden. Höhepunkt für alle war die Übergabe der Teilnahmebescheinigung mit denen die Teilnehmer nun in Absprache mit den zuständigen unteren Denkmalbehörde Flächen mit der Sonde begehen dürfen.

 Archäologisch Relevante Funde

Archäologisch relevante Funde.

Stand: 11.10.2015

 

Bergung einer Me 109 G-10 in Stendern, Gemeinde Bücken.

Am 26.08.2016 wurde durch den Verein um Werner Oeltjebruns "Flieger, Flugzeuge, Schicksale" und Unterstützung der "Arbeitsgruppe Luftfahrtarchäologie Niedersachsen", so wie der Bundesschule des THW in Hoya unter Begleitung des Kampfmittelräumdienstes, des Volksbunds Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V. un der  Kommunalarchäologie vertreten durch Dr. Jens Berthold die Reste einer Messerschmitt Me 109 G-10 geborgen.

Abziehen der Ackeroberfläche

Erste Spuren des Flugzeuges zeigten sich ca. 50 cm unter der Ackeroberfläche beim Abziehen der obersten Bodenschichten mit dem Bagger. Perfekte Arbeit lieferte Heiner Hupe vom THW ab. Auf Anweisung von Werner Oeltjebruns steuerte Hupe die Schaufel um die Trümmersäule die das Jagdflugzeug bildete als es fast senkrecht im Winter 1944/45 in den Boden einschlug. Versuche die reste des Wracks Schicht für Schicht abzutragen, konnte aufgrund des kompakten Bodens in dem die Blechfetzen wie Blätterteig geschichtet lagen, nicht umgesetzt werden.

Die Trümmersäule, gebildet aus dem Rumpf der Me 109

Die Trümmersäule 

Die Schichten wurden durch den Bagger, unter wachsamen Augen des Umbetters Erwin Kowalke abgetragen. Mitglieder der Arbeitsgruppe Luftfahrtarchäologie Niedersachsen durchsuchten den Aushub nach sterblischen Überresten, bargen aber nur Wrackteile, darunter eines der drei Propellerblätter sowie zwei Maschinengewehre MG 131 die den ersten Einsatz des Kampfmittelräumdienst forderten. Später wurde dann noch die dazugehörige Munition geborgen. Ein Hinweis auf den Verbleib des Piloten gab dann bald ein Fragment der Erla-Haube des Cockpits von der Scharnierseite. Dieses Fragment ließ vermuten das der Pilot sein Flugzeug nicht verlassen konnte 

MG 131

Waffengehäuse eines MG 131

Dies stellte sich dann aber mit erreichen des Cockpitbereichs als Irrtum heraus. Vom Piloten keine Spur, kein Gurtzeug, kein Fallschirm, keine Uniformteile und keinerlei sterblichen Überreste. Der Motorblock wurde dann fast als letztes in vier Meter Tiefe geborgen. Die Randbereiche des Aufschlagkraters wurden dann noch in der Tiefe abgebaggertet, um sicherzustellen das nichts übersehen wurde.

 Aufschlagkrater

Nach Verladen der Wrackteile und schließen der Grube wurde nach 18:00 Uhr die Arbeit beendet. 

 

 

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