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26.09.1944 Asendorf

Angriffsziel : Bremen
Absturzzeit : 17:30
Flugzeugtyp : B-17G
Seriennummer : 42-107035
Werknummer:  
Kennung : GX-L
Nickname : Reluctant Lady
Einheit : 385th BG, 548th BS
Heimatbasis : Great Ashfield
Status der Besatzung : 10 POW


Die Besatzung:

FunktionDienstgradNameStatus
P 1st Lt. Charles W. Lundsberg POW
CP 2nd Lt. J.M. Elzey POW
N 2nd Lt. Robert (Bob) E. Smallman POW
B 1st Lt. John W. Wise POW
RO T/Stg. Forrest O. Sampson POW
BT S/Sgt. William (Bill) R.Sizer POW
E/TT T/Sgt. Cosmo Rabasco POW
WG S/Sgt. Jack M. Walker POW
TG S/Stg. Edward (Ed) D. Morgan POW
Pass. Sgt. Alexander John Behr POW

 

Prepare for bail out!“ - „Fertig machen zum Absprung!“ , so könnte der letzte Befehl von Pilot 1st Lieutenant Charles W. Lundsberg an seine neun Besatzungsmitglieder an Bord der Flying Fortress gelautet haben. Der Bomber vom Typ Boeing B-17G der 385th Bomb Group musste nach einem Luftangriff auf den östlichen Teil von Bremen (Focke-Wulf Werke) auf dem Rückflug bei Nordholz , vermutlich nach Flaktreffer, nach 17:00 Uhr aufgegeben werden.Neben den neun Besatzungsmitgliedern (ab Mitte-Ende 1944 wurde die Standartbesatzung von zehn auf neun Mann reduziert) befand sich ein Passagier an Bord, der Fotograf Sergeant Alexander John Behr.

Nose Art der B-17

Nose Art der B-17 [1]

Nachdem der Pilot den Befehl zum Verlassen des Bombers gegeben hatte, war es der Bordschütze im Rumpf ( Waist Gunner) Staff Sergeant Jack M. Walker der als erster absprang und zwischen Nordholz und Wanna bei Sanddamm gegen 19:00 Uhr festgenommen wurde. Copilot 2nd Lieutenant J.M. Elzey, Bombenschütze (Bombardier) 1st Lieutenant John W. Wise, Bordingenieur (Flight Engineer) Technical Sergeant Cosmo Rabasco, Bordschütze im unteren Kugelturm (Ball Turret Gunner) Staff Sergeant William (Bill) R.Sizer, der Heckschütze (Tail Gunner) Staff Sergeant Edward (Ed) D. Morgan und der Funker (Radio Operator) Technical Sergeant Forrest O. Sampson landeten bei Abbenseth in der Nähe von Bremervörder im Landkreis Rotenburg und wurden dort zwischen 17:30 Uhr und 18:45 Uhr festgenommen. Elzey verletzte sich bei der Landung und wurde in das Reserve Lazarett nach Sandbostel gebracht.

Pilot 1st Lt. Lundsberg 

Pilot 1st Lt. Lundsberg [2]

Der Pilot 1st Lieutenant Lundsberg wurde eine halbe Stunde, nach dem der Bomber der von seiner Besatzung den Spitznamen „Reluctant Lady“ („Widerwillige Dame“) erhalten hatte um 17:30 Uhr nördlich von Asendorf und südlich der Bahnline Lüneburg – Buchholz in der Feldmark „De Beten“ abstürzte.Der Navigator 2nd Lieutenant Robert (Bob) E. Smallman und der Fotograf Sergeant Behr konnten sich anfänglich fünf Tage der Gefangennahme entziehen und wurden am 01. Oktober 1944 in der Stader Feldmark gefangenen genommen. Smallman um 15:00 Uhr und Behr eine Stunde später. 

Heck des Bombers an der Absturzstelle

Heck des Bombers [3]

Der Bomber brannte zu 95% aus. Das Bergekommando vom Fliegerhorst Reinsehlen fand ein 16 mm Filmkamera im Wrack sowie das Bombenzielgerät und einige nicht verbrannten Papiere. Auch die etwa 1000 Schuss gegurtete 12,7 mm (Cal. 0.50) Maschinengewehrmunition und die Stärke der vorgefunden Panzerplatten war für das Bergekommando von Interesse.

Lediglich vom Pilot Lundsberg ist feststellbar das er seine Gefangenschaft im Stalag Luft I in Barth/Mecklenburg-Vorpommern verbrachte. 

Für Bremen war es der 136. Luftangriff, 1 Minen-, 1732 Spreng- und 57769 Brandbomben fielen. Es entstanden schwere Schäden an Wohnhäusern. 144 Tote, 28 Schwer- und 65 Leichtverletzte. 

 

Quellen: 

Abschußkladde Luftgaukommando XI

Missing Air Crew Report 10204, Nationalarchiv der USA

136. Luftangriff auf Bremen, 26.09.1944, Staatsarchiv Bremen, Bestand 4,77

 

Bildnachweis:

[1] http://www.americanairmuseum.com/media/7081 UPL 7081

[2] http://www.americanairmuseum.com/media/7079 UPL 7079

[3] Mit Genehmigung von G. Battermann, http://www.asendorf-chronik.de/


Stand: 28.10.2015

 



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Wrackteile von Blenheim gefunden!

Ende Juni 2015 wurden durch eine Kampfmittelbeseitigungsfirma im Bremer Blockland Wrackteile eines Flugzugs geborgen. Jens-Michael Brandes von der Arbeitsgruppe Luftfahrtarchäologie wurde informiert und besichtigte zusammen mit Prof. Dr. Halle von der Bremer Landesarchäologie die Teile auf dem Gelände der Firma. Frau Prof. Dr. Halle übernahm einen Fliegerhandschuh sowie Reste eines Stiefels zur Konservierung.

J.-M. Brandes nahm in Absprache mit  Frau Prof. Dr. Halle einige Teile mit zur Auswertung nach Hause. Noch am selben Abend war klar das es sich um einen mittleren Bomber vom Typ Bristol Blenheim VI handelte. Bei weiteren Untersuchungen konnten einen Tag später zwei Aufschriften, eine mit Schablone lackiert, die andere Aufschrift mit Bleistift angefertigt, entdeckt werden, die, die Seriennummer der Maschine nannten, V6020.

Die Teile wurden im Rahmen einer Ausstellung am 13.09.2015 zum Tag des offen Denkmals in der Landesarchäologie ausgestellt.

Mehr lesen...

Luftfahrtarchäologie 2015. Zertifizierung Sondengänger mit Polizeieinsatz.

Am 10.10.2015 fand auf Einladung von Prof. Dr. Hauke Jöhns, leitender wissenschaftlicher Direktor des Niedersächsische Institut für historische Küstenforschung, und Frau Dr. Jutta Precht, Kreisarchäologin des Landkreises Verden der praktische Ausbildungsteil des Zertifizierungslehrgangs für Sondengänger statt. Ausgesucht hatte Frau Dr. Precht eine vermutete germanische Siedlungsfläche aus der römischen Kaiserzeit in Hülsen, Gemeinde Dörverden, auf dem die Ausbildung mit den Sondengängern durchgeführt wurde. Als Vertreter der Landesarchäologie Niedersachsen war Herr Mario Pahlow M. A. vom Stützpunkt Lüneburg anwesend. Bei kühlen 4,5° C traffen sich die Teilnehmer und wurden bei einer Tasse heißem Kaffee durch Prof. Dr. Jöhns und Dr. Precht eingewiesen. Anschließend wurde die, vom Landwirt netterweise extra für den Lehrgang, umgebrochene Fläche in mehrer Suchflächen von 10 X 10 Meter eingeteilt. Die Teilnehmer durften dann erstmal nur ihre Augen einsetzen und "ihre" Fläche nach Keramiken, bearbeiteten Feuersteinen oder anderen Auffälligkeiten absuchen. 

Oberflächensuche, nur mit den Augen

Oberflächensuche mit den Augen...

Detektorsuche

...und der Sonde.

Die dabei gemachten Lesefunde wurden dann durch einen der Archäologen begutachtet, danach wurde für jeden Fund ein Fundzettel ausgefüllt. Endlich durften die Teilnehmer mit der Sonde suchen. Hier war die "Trefferqoute" hoch, allerdings nicht unbedingt bei den archäologisch verwertbaren Funden, eher bei technischen Teilen von Landmaschinen und, unerwartet, Infantriemunition aus italienischer Fertigung, die vermutlich von Beutewaffen stammte die in der ehemaligen nah gelegenen Kriegsmarine-Fahrschule geführt wurden. Augenscheinlich wurde nach Kriegsende die Muntion durch Sprengung auf unserer Ausbildungsfläche vernichtet. Das bedingte das zweimalige Kommen der Polizei um die gesammelte Muntion zu übernehmen.

Munition und Munitionsteile

Munition und Munitionsteile.

Noch vor dem Mittag wurde "umgesetzt" und die zweite Hälfte der Ackerfläche abgesteckt. Um etwa 12:30 Uhr lud Frau Dr. Precht zu einem einfachem aber schmackhaften Mittagessen ein, das bei herlichem Sonnenschein am Ackerrain eingenommen wurde. Bevor es wieder auf die Suchfläche ging, erläuterte Frau Dr. Precht das Ausfüllen einer Fundmeldung. 

Mittagessen

Mittag!

Gegen 15:15 Uhr hatten alle Teilnehmer ihre zweiten 10 X 10 Meter großen Flächen abgesucht und so konnte abgebaut und aufgeräumt werden. Höhepunkt für alle war die Übergabe der Teilnahmebescheinigung mit denen die Teilnehmer nun in Absprache mit den zuständigen unteren Denkmalbehörde Flächen mit der Sonde begehen dürfen.

 Archäologisch Relevante Funde

Archäologisch relevante Funde.

Stand: 11.10.2015

 

Bergung einer Me 109 G-10 in Stendern, Gemeinde Bücken.

Am 26.08.2016 wurde durch den Verein um Werner Oeltjebruns "Flieger, Flugzeuge, Schicksale" und Unterstützung der "Arbeitsgruppe Luftfahrtarchäologie Niedersachsen", so wie der Bundesschule des THW in Hoya unter Begleitung des Kampfmittelräumdienstes, des Volksbunds Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V. un der  Kommunalarchäologie vertreten durch Dr. Jens Berthold die Reste einer Messerschmitt Me 109 G-10 geborgen.

Abziehen der Ackeroberfläche

Erste Spuren des Flugzeuges zeigten sich ca. 50 cm unter der Ackeroberfläche beim Abziehen der obersten Bodenschichten mit dem Bagger. Perfekte Arbeit lieferte Heiner Hupe vom THW ab. Auf Anweisung von Werner Oeltjebruns steuerte Hupe die Schaufel um die Trümmersäule die das Jagdflugzeug bildete als es fast senkrecht im Winter 1944/45 in den Boden einschlug. Versuche die reste des Wracks Schicht für Schicht abzutragen, konnte aufgrund des kompakten Bodens in dem die Blechfetzen wie Blätterteig geschichtet lagen, nicht umgesetzt werden.

Die Trümmersäule, gebildet aus dem Rumpf der Me 109

Die Trümmersäule 

Die Schichten wurden durch den Bagger, unter wachsamen Augen des Umbetters Erwin Kowalke abgetragen. Mitglieder der Arbeitsgruppe Luftfahrtarchäologie Niedersachsen durchsuchten den Aushub nach sterblischen Überresten, bargen aber nur Wrackteile, darunter eines der drei Propellerblätter sowie zwei Maschinengewehre MG 131 die den ersten Einsatz des Kampfmittelräumdienst forderten. Später wurde dann noch die dazugehörige Munition geborgen. Ein Hinweis auf den Verbleib des Piloten gab dann bald ein Fragment der Erla-Haube des Cockpits von der Scharnierseite. Dieses Fragment ließ vermuten das der Pilot sein Flugzeug nicht verlassen konnte 

MG 131

Waffengehäuse eines MG 131

Dies stellte sich dann aber mit erreichen des Cockpitbereichs als Irrtum heraus. Vom Piloten keine Spur, kein Gurtzeug, kein Fallschirm, keine Uniformteile und keinerlei sterblichen Überreste. Der Motorblock wurde dann fast als letztes in vier Meter Tiefe geborgen. Die Randbereiche des Aufschlagkraters wurden dann noch in der Tiefe abgebaggertet, um sicherzustellen das nichts übersehen wurde.

 Aufschlagkrater

Nach Verladen der Wrackteile und schließen der Grube wurde nach 18:00 Uhr die Arbeit beendet. 

 

 

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