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08.05.1944 Hustedt

( bei Martfeld)

Angriffsziel : Berlin
Absturzzeit : 10:00
Flugzeugtyp : B-17
Seriennummer : 42-39907
Werknummer:  
Kennung :  
Nickname : "Nasty Nelly"
Einheit : 388th BG, 560th BS
Heimatbasis : Knettishall
Status der Besatzung : 4 KIA, 6 POW


Die Besatzung:

FunktionDienstgradNameStatus
P 2nd Lt. Theophilus H. Pittman POW
CP 2nd Lt. William W. Waters POW
N 2nd Lt. James A. Rolison POW
B F/O. David W. Huges POW
TT T/Sgt. Lewis. E. Ogden POW
RO T/Sgt. Leonard M. Bornhorst POW
BT S/Sgt. John. R. Crosson KIA
RW S/Sgt. Richard I. Rymore KIA
LW S/Sgt. Peter J. Kelly KIA
TG S/Sgt. Leroy W. Peterson KIA

Walter Wichelmann, Jahrgang 1938, erinnert sich in der Ortschronik von Hustedt: "Es war ein Vormittag mit herlichem Sonnenschein. Aus Richtung Westen war ein wummerndes Gebrumme zu hören, hoch in Karoformation flogen die Bombergeschwader nach Osten. Von dort kamen mit jaulendem Fluggeräusch deutsche Jäger und feuerten zwischen die Formationen. Ein Jäger stürzte mit nur noch einer Tragfläche in einen kleinen Birkenwald vor dem sogenannten Steinkamp. Trümmerteile fielen vom Himmel und 30 Meter von unserem Erdbunker schlug ein Blindgänger ein. Auf der anderen Seite des Weges lag brennend ein fürchterlich qualmender Benzintank. An einem Draht, der als Wäscheleine zwischen den Bäumen gespannt war, hingen dicht an dicht Benzintröpfchen, so war wohl das ganze Umfeld mit Benzin besprüht. Auf den Feldern in der Umgebung lagen große und kleine Wrackteile. Auf unserer Seite des Dorfes mußten Helfer die Getöteten des Luftkampfes zusammentragen. Die Opfer wurden vorne am Wegesanfang in einer kleinen Wiese zum Abtransport abgelegt und mit einem Fallschirm bedeckt."

In einem Gespräch mit mir, erzählte Herr Wichelmann, daß seine Mutter, ihn an der Hand, eine Ecke des Fallschirms anhob und er einen Blick auf die Toten erhaschen konnte. Mindestens fünf Opfer lagen unter dem Fallschirm, vorne an, ein junger Flieger mit kurzem schwarzem Haar, ein Fuß vollkommen verdreht.

"Der Blindgänger, eine Fünf-Zentner-Bombe, wurde später von deutschen Soldaten entschärft und abtransportiert. Die Soldaten des Räumkommandos wurden anschließend mit einem Mittagessen bei den Nachbarn und bei uns versorgt. " wie sich Herr Wichelmann weiter erinnert.

Quellen:

Abschussmeldung Luftgaukommando XI

Ortschronik der ehemaligen Gemeinde Hustedt

Walter Wichelmann, Hustedt

The B-17 Flying Fortress Story, Roger A. Freemann / David Osborne


Stand: 08.07.2015

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Wrackteile von Blenheim gefunden!

Ende Juni 2015 wurden durch eine Kampfmittelbeseitigungsfirma im Bremer Blockland Wrackteile eines Flugzugs geborgen. Jens-Michael Brandes von der Arbeitsgruppe Luftfahrtarchäologie wurde informiert und besichtigte zusammen mit Prof. Dr. Halle von der Bremer Landesarchäologie die Teile auf dem Gelände der Firma. Frau Prof. Dr. Halle übernahm einen Fliegerhandschuh sowie Reste eines Stiefels zur Konservierung.

J.-M. Brandes nahm in Absprache mit  Frau Prof. Dr. Halle einige Teile mit zur Auswertung nach Hause. Noch am selben Abend war klar das es sich um einen mittleren Bomber vom Typ Bristol Blenheim VI handelte. Bei weiteren Untersuchungen konnten einen Tag später zwei Aufschriften, eine mit Schablone lackiert, die andere Aufschrift mit Bleistift angefertigt, entdeckt werden, die, die Seriennummer der Maschine nannten, V6020.

Die Teile wurden im Rahmen einer Ausstellung am 13.09.2015 zum Tag des offen Denkmals in der Landesarchäologie ausgestellt.

Mehr lesen...

Luftfahrtarchäologie 2015. Zertifizierung Sondengänger mit Polizeieinsatz.

Am 10.10.2015 fand auf Einladung von Prof. Dr. Hauke Jöhns, leitender wissenschaftlicher Direktor des Niedersächsische Institut für historische Küstenforschung, und Frau Dr. Jutta Precht, Kreisarchäologin des Landkreises Verden der praktische Ausbildungsteil des Zertifizierungslehrgangs für Sondengänger statt. Ausgesucht hatte Frau Dr. Precht eine vermutete germanische Siedlungsfläche aus der römischen Kaiserzeit in Hülsen, Gemeinde Dörverden, auf dem die Ausbildung mit den Sondengängern durchgeführt wurde. Als Vertreter der Landesarchäologie Niedersachsen war Herr Mario Pahlow M. A. vom Stützpunkt Lüneburg anwesend. Bei kühlen 4,5° C traffen sich die Teilnehmer und wurden bei einer Tasse heißem Kaffee durch Prof. Dr. Jöhns und Dr. Precht eingewiesen. Anschließend wurde die, vom Landwirt netterweise extra für den Lehrgang, umgebrochene Fläche in mehrer Suchflächen von 10 X 10 Meter eingeteilt. Die Teilnehmer durften dann erstmal nur ihre Augen einsetzen und "ihre" Fläche nach Keramiken, bearbeiteten Feuersteinen oder anderen Auffälligkeiten absuchen. 

Oberflächensuche, nur mit den Augen

Oberflächensuche mit den Augen...

Detektorsuche

...und der Sonde.

Die dabei gemachten Lesefunde wurden dann durch einen der Archäologen begutachtet, danach wurde für jeden Fund ein Fundzettel ausgefüllt. Endlich durften die Teilnehmer mit der Sonde suchen. Hier war die "Trefferqoute" hoch, allerdings nicht unbedingt bei den archäologisch verwertbaren Funden, eher bei technischen Teilen von Landmaschinen und, unerwartet, Infantriemunition aus italienischer Fertigung, die vermutlich von Beutewaffen stammte die in der ehemaligen nah gelegenen Kriegsmarine-Fahrschule geführt wurden. Augenscheinlich wurde nach Kriegsende die Muntion durch Sprengung auf unserer Ausbildungsfläche vernichtet. Das bedingte das zweimalige Kommen der Polizei um die gesammelte Muntion zu übernehmen.

Munition und Munitionsteile

Munition und Munitionsteile.

Noch vor dem Mittag wurde "umgesetzt" und die zweite Hälfte der Ackerfläche abgesteckt. Um etwa 12:30 Uhr lud Frau Dr. Precht zu einem einfachem aber schmackhaften Mittagessen ein, das bei herlichem Sonnenschein am Ackerrain eingenommen wurde. Bevor es wieder auf die Suchfläche ging, erläuterte Frau Dr. Precht das Ausfüllen einer Fundmeldung. 

Mittagessen

Mittag!

Gegen 15:15 Uhr hatten alle Teilnehmer ihre zweiten 10 X 10 Meter großen Flächen abgesucht und so konnte abgebaut und aufgeräumt werden. Höhepunkt für alle war die Übergabe der Teilnahmebescheinigung mit denen die Teilnehmer nun in Absprache mit den zuständigen unteren Denkmalbehörde Flächen mit der Sonde begehen dürfen.

 Archäologisch Relevante Funde

Archäologisch relevante Funde.

Stand: 11.10.2015

 

Bergung einer Me 109 G-10 in Stendern, Gemeinde Bücken.

Am 26.08.2016 wurde durch den Verein um Werner Oeltjebruns "Flieger, Flugzeuge, Schicksale" und Unterstützung der "Arbeitsgruppe Luftfahrtarchäologie Niedersachsen", so wie der Bundesschule des THW in Hoya unter Begleitung des Kampfmittelräumdienstes, des Volksbunds Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V. un der  Kommunalarchäologie vertreten durch Dr. Jens Berthold die Reste einer Messerschmitt Me 109 G-10 geborgen.

Abziehen der Ackeroberfläche

Erste Spuren des Flugzeuges zeigten sich ca. 50 cm unter der Ackeroberfläche beim Abziehen der obersten Bodenschichten mit dem Bagger. Perfekte Arbeit lieferte Heiner Hupe vom THW ab. Auf Anweisung von Werner Oeltjebruns steuerte Hupe die Schaufel um die Trümmersäule die das Jagdflugzeug bildete als es fast senkrecht im Winter 1944/45 in den Boden einschlug. Versuche die reste des Wracks Schicht für Schicht abzutragen, konnte aufgrund des kompakten Bodens in dem die Blechfetzen wie Blätterteig geschichtet lagen, nicht umgesetzt werden.

Die Trümmersäule, gebildet aus dem Rumpf der Me 109

Die Trümmersäule 

Die Schichten wurden durch den Bagger, unter wachsamen Augen des Umbetters Erwin Kowalke abgetragen. Mitglieder der Arbeitsgruppe Luftfahrtarchäologie Niedersachsen durchsuchten den Aushub nach sterblischen Überresten, bargen aber nur Wrackteile, darunter eines der drei Propellerblätter sowie zwei Maschinengewehre MG 131 die den ersten Einsatz des Kampfmittelräumdienst forderten. Später wurde dann noch die dazugehörige Munition geborgen. Ein Hinweis auf den Verbleib des Piloten gab dann bald ein Fragment der Erla-Haube des Cockpits von der Scharnierseite. Dieses Fragment ließ vermuten das der Pilot sein Flugzeug nicht verlassen konnte 

MG 131

Waffengehäuse eines MG 131

Dies stellte sich dann aber mit erreichen des Cockpitbereichs als Irrtum heraus. Vom Piloten keine Spur, kein Gurtzeug, kein Fallschirm, keine Uniformteile und keinerlei sterblichen Überreste. Der Motorblock wurde dann fast als letztes in vier Meter Tiefe geborgen. Die Randbereiche des Aufschlagkraters wurden dann noch in der Tiefe abgebaggertet, um sicherzustellen das nichts übersehen wurde.

 Aufschlagkrater

Nach Verladen der Wrackteile und schließen der Grube wurde nach 18:00 Uhr die Arbeit beendet. 

 

 

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